Anti-Atom in Magdeburg
Medieninformationen
Rückblick auf den Tschernobyl-Tag
Bunte Aktivitäten erinnerten an die Atomkatastrophe
Medieninformation
26.04.2006
Magdeburg Heute erinnerten AktivistInnen verschiedener Magdeburger Umweltgruppen und weitere Organisationen mit vielfältigen Aktionen an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. In der Landeshauptstadt waren sie mit einer Dauermahnwache auf dem Bahnhofsvorplatz, einem Infostand in der Innenstadt und einem mobilen "Die-In" - einer Katastrophen-Inszenierung - präsent. Außerdem war ein "Kamerateam vom Mars" unterwegs und befragte die Menschen der Erde zur Nutzung der Atomenergie. Am Abend fand eine Informationsveranstaltung zu den Hintergründen des Super-GAUs (größter anzunehmender Unfall) statt.
Die Veranstaltungen zum Tschernobyl-Tag waren gut besucht und stießen auf viele interessierte Menschen. Die Berichterstattung der Medien hat dazu gewiss auch einen Teil beigetragen. Mit den Aktionen forderten die AktivistInnen u.a. den sofortigen Atomausstieg. Weiterhin wurden die gesellschaftlichen Verhältnisse hinterfragt, die diese menschenverachtende Technologie ermöglichen.
Falk Beyer aus dem Jugend-Umweltbüro zieht Bilanz: "Mit dieser gemeinsamen Aktion verschiedener Gruppen haben wir heute auf die Gefahren der Atomkraft und die Notwendigkeit des Sofortausstiegs hingewiesen. Ich empfand es als sehr positiv, mit so vielen Organisationen einen bunten Mix von Aktionen umzusetzen. Mit der Vielfalt dieser Aktivitäten haben wir viele Menschen erreichen können und führten einige spannende Gespräche. Erschreckend ist auf der anderen Seite, dass längst widerlegte Behauptungen der Atomwirtschaft - wie z.B. das Märchen vom 'sauberen' und 'billigen' Atomstrom wieder stärker verbreitet sind. Die Propaganda für eine 'Renaissance der Atomkraft' hat ihre Spuren hinterlassen."
Unter anderem war ein Straßentheater unterwegs, das mit "MarsTV" - einer fiktiven Sendung vom Mars - auf die Erde kam und hier die Menschen über die Gefahren der Atomenergie-Nutzung, den Atomausstieg und ihren eigenen Beitrag zu einer besseren Welt befragten. Anfängliche Vorbehalte gegenüber den "Mars-Menschis" - diese Gesellschaft kennnt keine Trennung von Menschen nach Geschlechtern - lösten sich bald auf und es entwickelten sich interessante Gespräche mit den Einheimischen. Allerdings waren die Mars-Menschis überrascht darüber, wie wenig die Menschen auf der Erde über die Atomkraftwerke wissen, die hier betrieben werden und dass die meisten zwar meinen, dass diese gefährlich sind, aber nicht wissen, was sie dagegen tun sollen. Ein Mars-Menschi empfiehlt: "Der erste Schritt wäre die konsequente Hinterfragung der Machtverhältnisse auf diesem Planeten. Im Interview erzählten uns viele Erdmenschis, dass Wahlen und Demonstrationen die einzigen Mittel wären, um an der gefährlichen Atomenergie-Nutzung etwas zu ändern. Ich glaube, dass die Anpassung an die von den Herrschenden vorgegebenen Protestformen wenig Chancen für grundlegende Veränderungen haben. Dagegen liegt die Ursache fast aller Umweltzerstörungen, Ausbeutung und sozialen Missstände in der ungleichen Verteilung der Möglichkeiten der Einzelnen, in den Herrschaftsverhältnissen."
Einen Überblick zu den gelaufenen Aktionen gibt die Internetseite www.tschernobyl-tag.de.vu. Wer Lust hat sich an zukünftigen Aktionen zu beteiligen, kann sich z.B. beim Jugend-Umweltbüro unter 03 91-55 70 753 oder magdeburg at projektwerkstatt.de melden.
Liebe Redaktion:
Sie erreichen uns für Rückfragen persönlich unter o.g. Nummer bzw. Mailadresse. Gern stellen wir auch Foto- und Filmmaterial in guter Qualität zur Verfügung. Sollten Sie Interesse an Interviews haben, können Sie sich auch gern bei uns melden.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Jugend-Umweltbüro Magdeburg
'''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''
Karl-Schmidt-Str. 4 | 39104 Magdeburg
magdeburg at projektwerkstatt.de
+49 391-55 70 753
zurück
|