2009-02:Ranua Rescue Action Day in Magdeburg

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Inhaltsverzeichnis

Ranua Rescue Action Day in Magdeburg

fb Am 13. August fand der internationale "Ranua Rescue Action Day" zur Verhinderung des Uranabbau-Vorhabens in Ranua/Lappland statt. In mehreren europäischen Städten gab es anlässlich dieses kurzfristig anberaumten Aktionstages Veranstaltungen. In Deutschland gab es Aktionen in Berlin und Magdeburg.

Der Atomkonzern Areva, mit dem zusammen der deutsche Rüstungs- und Atomkonzern Siemens gerade den ersten westeuropäischen Reaktorneubau des EPR (European Pressurized Water Reactor) vermasselt (ständige Regelverstöße und Baumängel in Finnland und Frankreich; zeitweiliger behördlich angeordneter Baustopp aufgrund dieser Praxis in Finnland), will in Finnland Uran abbauen. Ranua ist eine von mehreren betroffenen Gemeinden; der Widerstand richtet sich jedoch gegen jegliches Uranabbau-Vorhaben.

Uranabbau in Lappland stoppen!

In Magdeburgs Innenstadt wurde zum Ranua-Rescue-Aktionstag eine Teilfläche mit schwarz-gelbem Flatterband abgesperrt und mit schwarzer Plane ausgelegt, die den Uranabbau symbolisieren sollte. Warnschilder in deutscher und englischer Sprache wiesen auf die Gefahr hin: "Vorsicht Strahlung! Lebensgefahr!" bzw. "Caution Radiation Area". Eine Ausstellung informierte über Uranabbau im allgemeinen und die Auswirkungen, die dieser in einigen Ländern der Welt mit sich brachte. An einem Infotisch wurde über Atomkraft, Uranabbau und Stromwechsel diskutiert. Dort konnten PassantInnen auch kreative Protestpostkarten gestalten, die vorbereitet worden waren, um später an das für den Uranabbau zuständige finnische Ministerium gesendet zu werden. Eine Atom-Protest-Briefbox stand zur Sammlung dieser Postkarten bereit.

Nicht weit von dem abgesperrten "Uranabbau" lief ein Atomlobbyist umher und beschwatzte die Leute mit äußerst zynischen Argumenten für Atomkraft und gegen Ökostrom. Mit dem Satz "Wetten, dass Sie keinen Ökostrom beziehen? - Dann sind Sie auf unserer Seite!" sprach er PassantInnen an - und scheuchte viele damit direkt zu dem Anti-Atom-Infostand, weil der den Leuten offensichtlich vertrauenswürdiger erschien. Diejenigen, die ihm auf den Leim gingen, diskutierten viel mit ihm und ließen sich - meist - am Ende durch seine absurde Argumentation für Atomkraft doch vom Gegenteil überzeugen.

Der Lobbyist (womöglich ebenfalls ein Anti-Atom-Aktivist) verteilte Zertifikate an PassantInnen, während er das Verbot von Ökostrom forderte: "Danke, dass Sie durch Ihre Wahl gegen Ökostrom den Weiterbetrieb der sicheren deutschen Atomkraftwerke möglich machen, die

  • pro Jahr nur etwas über 100 Störfälle aufzuweisen haben,
  • nur alle paar Jahre mal knapp an einer Reaktorkatastrophe vorbeischlittern,
  • mit dem lange strahlenden Atommüll auch für nachfolgende Generationen ein schönes Erbe hinterlassen.

Jeder weitere Tag Atomkraft in Deutschland erlaubt uns den Abbau von noch mehr Uranerz. Der Jahresbedarf von 33 Tonnen Brennstoff eines modernen Atomkraftwerkes setzt den Abbau von 300.000 Tonnen Uranerz voraus. Da lohnt sich jeder Betriebstag richtig!
Danke, dass Sie nicht gegen Atomkraft aktiv werden.
Danke auch, dass Sie dadurch neue Uranabbaue in bisher unberührten, viel zu natürlichen Naturgebieten, wie in Ranua, in Lappland, ermöglichen!
Machen Sie bitte weiter wie bisher!”

Selbst aktiv werden

Die junge (neue) Anti-Atom-Bewegung in Finnland braucht Unterstützung aus aller Welt. In den letzten Jahren waren bereits Menschen aus verschiedenen Ländern in dem skandinavischen Land aktiv an der Organisierung von Aktionen und Camps beteiligt; dieses Jahr konnte der Protest erstmals in Form von direkten Aktionen bis in den Norden Finnlands getragen werden. Trotzdem ist die Szene dort verhältnismäßig klein verglichen z.B. mit der hiesigen. Solidarität und aktive Unterstützung wird gebraucht und sollte gerade von den "erfahreneren" Anti-Atom-Bewegungen in Ländern wie Frankreich oder Deutschland kommen.

Zur internationalen Vernetzung von Anti-Atom-AktivistInnen wurde das "Nuclear Heritage Network" gegründet, an dem bereits Menschen aus mehr als einem Dutzend Ländern beteiligt sind. Dieses Netzwerk ist keine eigenständige Organisation mit Label und eigenen Positionen, sondern Plattform und Kommunikationsmittel für Anti-Atom-AktivistInnen. Die Infoseite des Netzwerks steht AktivistInnen zur Verfügung, um über ihre lokalen Anliegen, Projekte und Veranstaltungen zu informieren: http://nuclear-heritage.net . In größeren Abständen finden Vernetzungstreffen statt - bisher waren diese in Frankreich, Deutschland und Slowenien; geplant sind die nächsten in Skandinavien und Tschechien. Über eine Mailingliste informieren die AktivistInnen einander über atompolitische Geschehnisse und eigene Projekte.

Die kreativ-Protestpostkartenaktion ist noch nicht beendet. Im Magdeburger Jugendumweltbüro (Karl-Schmidt-Str. 4, 39104 Magdeburg) oder über contact@nuclear-heritage.net können weitere dieser Karten bestellt werden. Die Rückseite ist leer, um sie mit eigenen Protestbotschaften, Bildern, Collagen etc. zu versehen. Die Postkarten können entweder zurück an das Jugend-Umweltbüro oder direkt an das Ministerium gesendet werden, das über den Uranabbau entscheiden wird. Postkarten werden sicherlich den Uranabbau nicht verhindern, aber sie zeigen den Entscheidungsträgern, dass viele Menschen aufpassen, was sie tun.

Auch die Flyer von der Magdeburger Aktion können noch nachbestellt werden. Sie informieren ausführlich über die Situation in Ranua, über die Hintergründe des Uranabbaus und über den Aktionstag. Es sollte noch viele Aktionen, Veröffentlichungen und Proteste gegen den Uranabbau in Ranua (und anderswo) geben. Also stellt wenn möglich selbst etwas auf die Beine. Die AktivistInnen in Finnland freuen sich auch weiterhin über dirkete internationale Unterstützung, z.B. die Mithilfe bei der Organisierung von Aktionen und Veranstaltungen. Die Netzwerk-Internetseite (http://nuclear-heritage.net) und die o.g. Mailingliste informieren auch über diese Aktivitäten in Finnland bzw. ermöglichen den Kontakt zu den dortigen AktivistInnen.

Aktionstag in Berlin

Indy Im Rahmen des internationalen Aktionstages am 13. August 2009 gegen den Uranabbau in Ranua tourten Aktivist*n mit Transparenten durch Berlin.

Die Aktivist*n zogen mit zwei Transparenten durch Berlin; auf dem einen stand „atomivoimaako? Ei kiitos!“ („Atomkraft? Nein danke!“) und einem Transparent, das eine Szene in Lappland darstellt mit der Unterschrift „Uranabbau tötet“. Die Transparente wurden an allen bekannten Gebäuden und Plätzen gezeigt und den umstehenden Menschen Flyer verteilt.

In der Gemeinde Ranua, in Lappland (Finnland), versucht der Atomkonzern Areva zusammen mit Siemens eine Uranmine zu errichten. Die beiden Atomkonzerne sind in Finnland nicht unbekannt, denn sie versuchen den sogenannten “Europäischen Druckwasser-Reaktor” (EPR) zu vermarkten und dafür versuchen sie unter Stümpereien und Vorschriftsverstößen den ersten Prototypen zu errichten.

Der Beginn des Uranabbaus in Finnland wird dadurch begründet, dass die weltweiten Vorräte an reaktorfähigem Uran bald zur Neige gehen.

Lopettakaa atomivoimalat maailmanlaajuisesti! - Atomanlagen stilllegen weltweit!